Unser Informationsservice zum Thema

Neuroleptica
(Neurolepticum)

Klarstellung:
Die Klinik steht mit keiner pharmazeutischen Firma in vertraglicher Beziehung, auch gibt es keinerlei Gründe für Gefälligkeiten (weil z.B. ein Arzneimittel früher gegen Entgelt klinisch geprüft wurde). Die Nennung von Präparaten, die mit ® gekennzeichnet sind, erfolgt also nicht in Werbeabsicht, sondern weil selbst bei Ärzten oft der Handelsname bekannter als der jeweilige Wirkstoff ist. Daß auch noch andere Arzneimittel mit dem gleichen Wirkstoff auf dem Markt sind, ergibt sich aus dem Zusatz "z.B.". Sollte sich eine Firma benachteiligt fühlen, weil ihr Mittel nicht erwähnt wird, so fügen wir dieses auf Wunsch gerne ein, E-Mail reicht aus!

Neuroleptica sind Arzneimittel, die eine psychische Anspannung herabsetzen.

Wenn chronische Schmerz zustände mit ausgeprägten Störungen der Emotionalität (= Gefühlsbewegung) und des leiblichen Wohlbefindens einhergehen, können auch neuroleptisch wirksame Psychopharmaka (Neuroleptica) indiziert (= angezeigt) sein. Durch ihren modulierenden Einfluß auf das affektiv-motivationale (= die Gesamtheit der seelisch-dynamischen Faktoren, die das augenblickliche Verhalten bestimmen) Schmerzerleben wie auch auf die kognitive (= das Erkennen, Wahrnehmen und Denken betreffende) Schmerzverarbeitung bildet die zusätzliche Therapie mit einem Neurolepticum eine wertvolle Alternative zu den traditionellen Strategien der Schmerzbehandlung.
Ob dabei Neuroleptica selbst analgetisch (= schmerzlindernd) wirken, konnte bislang nicht eindeutig bestätigt werden.
Die Kombination eines
Neurolep tikum `s mit einem Antidepressivum (= Mittel gegen traurige Verstimmung) erweist sich als vorteilhaft, im allgemeinen genügen dann niedrigere Dosen als bei einer Monotherapie (= Behandlung mit nur einem Wirkstoff).

Tabelle: Wirkungsspektren der gebräuchlichsten Neuroleptica
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Antipsychotische Potenz (APP) (= Wirkung auf vorübergehende oder sich stetig verschlechternde psychiatrischen Erkrankungen mit erheblicher Beeinträchtigung psychischer Funktionen)
Psychomotorische Dämpfung (PMD) (= Dämpfung der die Bewegungsvorgänge des Körpers beeinflussenden dynamischen Struktur der Psyche)

Neurolepticum

APP PMD
Promethacin (z.B. Atosil®) niedrig stark
Chlorpromazin (z.B. Megaphen®) niedrig stark
Chlorprothixen (z.B. Truxal®) niedrig stark
Levomepromazin (z.B. Neurocil®) niedrig stark
Prothipendyl (z.B. Dominal®) niedrig mittel
Thioridazin (z.B. Melleril®) niedrig stark
Fluphenazin (z.B. Dapotum®) mittel mittel
Perazin (z.B. Taxilan®) mittel mittel
Triflupromazin (z.B. Psyquil®) mittel mittel
Fluspirilen (z.B. Imap®) stark gering
Haloperidol (z.B. Haldol®) stark mittel
Pimozid (z.B. Orap®) stark gering
Sulpirid (z.B. Dogmatil®) stark gering

Hochpotente (= hochwirksame) Neuroleptica sind mit einem höheren Risiko extrapyramidalmotorischer (= Muskel tonus und Bewegungsabläufe betreffende) Störungen (Frühdyskinesien, Parkinsonoid, Akathisie oder Spätdyskinesie) behaftet und werden bei Neuroleptica mit geringer antipsychotischer Wirkungsintensität seltener beobachtet. Durch zusätzliche Gabe eines Anticholinergikums wie Biperiden (Akineton®, bis 8mg täglich) lassen sich jedoch neuroleptogene dyskinetische (= Störung oder schmerzhafte Fehlfunktion eines Bewegungsablaufs betreffende) Reaktionen weitgehend neutralisieren.
Umgekehrt treten bei einem schwachpotenten Neurolepticum neben dem erwünschten psychomotorisch- dämpfenden und schlafanstoßenden Effekt vermehrt auch störende vegetative Begleitsymptome (z.B. Schwindel, Schwitzen) auf. Bei Dauertherapie besteht die Gefahr unkorrigierbarer Spätdyskinesien (besonders perioral) (= Zuckungen um den Mund herum), die das soziale Leben des Patienten schwer beeinträchtigen können. Daher sollte die Behandlung auf einige Wochen bis maximal 3 Monate limitiert (= begrenzt) werden.

Es sei noch daraufhin gewiesen, daß Tee, Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke die Wirkung von Neuroleptica verringern können.

Die Verordnung von Neuroleptica setzt eine umfassende Aufklärung des Patienten über diese Indikation (= Anzeige) und mögliche Nebenwirkungen voraus. Sie wird oft abgelehnt, da viele Patienten die Gabe von Psychopharmaka wie eine psychiatrische Etikettierung empfinden und sich dadurch diffamiert fühlen.

Es sei noch darauf hingewiesen, daß Neuroleptica unter anderem bei Blutbildveränderungen, Hirnerkrankungen, akuten Vergiftungen, bestimmten Herzerkrankungen sowie bei Leber- und Nierenschäden nicht eingenommen werden dürfen.

Ergänzende Dateien: Schmerzmittel, Antidepressiva

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